18. Mai 2016

Kunstausstellung mit Bildern für Venedig-Fans

Kunstausstellung Impressionen aus Venedig
Jutta Bossert und Werner Stix zeigen Impressionen aus der Lagunenstadt Venedig.
Alle Bilder: S. Neumann

Jutta Bossert und Werner Stix verbindet die Liebe zu Venedig und zur gegenständlichen Malerei. Sie arbeitet am liebsten mit Acrylfarben auf Leinwand, er experimentiert gerne mit verschiedenen Techniken und kombiniert zum Beispiel Tuschezeichnungen mit Pastellmalerei. Daneben widmet er sich intensiv der Technik der Radierung. In einer gemeinsamen Ausstellung im Integrativen Begegnungszentrum Kirche Alt St. Ulrich in Frechen-Buschbell zeigen die beiden nun eine ganze Reihe ihrer Arbeiten, die die Stadt ihrer Träume zum Thema haben. Unter dem Titel „Unterwegs in Venedig. Impressionen aus der Lagunenstadt“ haben sie mehr als 80 Werke zusammengetragen, an denen Venedig-Fans mit Hang zur privaten Kunstsammlung ihre Freude haben werden. Eröffnet wird die Ausstellung am kommenden Sonntag.

Fotografien als Vorlage

Fotografien dienen den beiden Künstlern aus Frechen als Vorlagen für ihre Gemälde und Zeichnungen. Viele davon haben sie selbst auf ihren Reisen in die Lagunenstadt aufgenommen. „Sie können sich in Venedig nicht mit einer Staffelei irgendwo hinstellen und malen, dafür ist es da viel zu voll mit Touristen“, erzählt Jutta Bossert von Venedig. Und Werner Stix berichtet von den riesigen Kreuzfahrtschiffen, die im Canale Grande die Sicht versperren, und zeigt auf ein größeres seiner Gemälde auf Rohleinwand, das am Dogenpalast vorbei einen friedvollen Blick auf den berühmten Kanal eröffnet: „So einen Blick bekommen sie in Echt gar nicht mehr. Da kommen Sie auf den Markusplatz und sehen nur noch Schiff.“

 

Gut, dass die Kunst frei ist und alles, was das gefällige Bild von Venedig stören könnte, weglassen kann. Fast kann man das Plätschern unter den Kielen der Gondeln hören, die bei Julia Bossert im Licht der untergehenden Sonne im Hafen vertäut vor sich hindümpeln. „Das Licht spielt bei mir eine große Rolle“, erzählt die Malerin. In ihren Bildern tanzen sorgfältig eingearbeitete Lichtreflexe über die Wasseroberflächen, Spiegelungen verzerren sich im Hochwasser, das im Durchgang in einer Seitengasse steht, und Schatten tauchen eine enge Kanalschlucht in eine düstere, fast morbide Atmosphäre, in der Modergeruch zwischen den Häuserfronten hängt. Dabei widmet sich Jutta Bossert in ihren Arbeiten lieber dem Ausschnitt als der Panoramaansicht. Wenn sie aus einem Ansichtsfoto nur einen Teil herausnehme um ihn abzumalen, entstünde ein ganz neues Bild, schwärmt die ausgebildete Fotografin, die bis zur Rente in der Frechener Praxis ihres Mannes, dem Radiologen Dr. Peter Bossert, arbeitete.

Selbst gefertigte Radierungen

Werner Stix widmet sich seinem eigenen künstlerischen Schaffen erst, seit er im Jahr 2003 in Rente ging. In seinen Bildern spielen Details die Hauptrolle. Fleißig zeichnet er mit Tusche und Feder die reich verzierten Fassaden und gotischen Spitzbögen der Gebäude rund um den Markusplatz und Dogenpalast ab und lässt in seinen Stadtansichten kein Fensterchen und keinen Brückenbogen aus. Pastellkreide oder Acrylfarben verleihen seinen Zeichnungen Farbe. Und immer spiegelt sich die Kulisse der Lagunenstadt in ihren Kanälen oder auf überfluteten Plätzen. Stix malt gerne auf alten Dokumenten – eine Idee, die er dem Künstler Andreas Noßmann abgeschaut hat. Hier und da scheinen die alten Schriften in seinen Ansichten von Venedig noch durch. Der größte Teil seiner ausgestellten Werke besteht jedoch aus Radierungen von Venedig, die er meistens in der Kölner Grafikwerkstatt selbst anfertigt. Die aufwendige Technik hat er in vielen Kursen gelernt.

Die Ausstellung ist geöffnet bis Samstag, den 11. Juni, jeweils dienstags bis samstags von 13 bis 18 Uhr, der Eintritt ist frei. Die Vernissage am Sonntag, den 22. Mai, beginnt um 11 Uhr.

Mehr Termine zum Thema Venedig

Für Menschen mit geistiger Behinderung werden die Ausstellungen im Inklusiven Begegnungszentrum der Gold-Kraemer-Stiftung regelmäßig von Workshops mit den beteiligten Künstlern begleitet. Der Workshop von Jutta Bossert und Werner Stix findet am 21. Mai von 14.30 bis 16.30 Uhr im Begegnungszentrum statt. Die Teilnahme ist kostenlos, sollte aber unter der Telefonnummer 02234 93303400 angemeldet werden.

Zum Thema Venedig gibt es außerdem in diesem Jahr zwei Konzerte in der Kirche Alt St. Ulrich: am 3. Juni präsentiert der Kölner Gitarrist und Rezitator Burkhard Wolk um 20 Uhr unter der Überschrift „Venedig – Märchenhafte Stadt“ eine poetische Melange aus Bildern, Musik und Märchen. Und am 25. September laden Anna Torge (Mandoline) und Stefan Horz (Cembalo) um 18 Uhr auf eine musikalische Reise nach Italien ein.

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