Die Autorin Ursula Dietzsch-Kluth macht ihren Frieden mit der älteren Schwester.
(In: Kölner Stadt-Anzeiger, Rhein-Erft, Juni 2009)
Brühl. Eine alte, mechanische Schreibmaschine der Marke „Olympia“ steht auf ihrem Schreibtisch im 14. Stock der „Seniorenresidenz Brühl“. Darauf hat Ursula Dietzsch-Kluth, Jahrgang 1911, ihr drittes Buch geschrieben. „Ich fand, es war nötig, das Buch zu schreiben“, erklärt die 98-Jährige, als sie ihr Werk, die Lebensgeschichte ihrer Schwester Karin van Leyden, am Donnerstagabend in der Buchhandlung Karola Brockmann in Brühl vorstellt.
Mit Beate Klarsfeld stellte Kameramann Harry Dreifuss den NS-Verbrecher Kurt Lischkla
(In: Kölner Stadt-Anzeiger, Rhein-Erft, Mai 2006)
Pulheim. Er weiß, dass eine Kamera auf ihn gerichtet ist. Das macht ihn nervös. Die Aktentasche an sich gedrückt, hastet Kurt Lischka durch die Straßen Kölns. Plötzlich beginnt er wegzulaufen. Die Filmaufnahme verwackelt: Kameramann Harry Dreifuss bleibt dem NS-Verbrecher Lischka auf den Fersen.
Nicht nur in der Krabbelgruppe wird Hausmann Udo Juchem mit Klischees konfrontiert.
(In: Kölner Stadt-Anzeiger, Rhein-Erft, April 2008)
Frechen-Bachem. Allein unter Müttern. Udo Juchem ist mit dieser zusammenfassenden
Beschreibung seines Alltags einverstanden. Der Bachemer ist Vater von
zwei Kindern und Hausmann - und damit in seinem Umfeld weit und breit
eine Ausnahme. Immer noch.
Der 28-jährige Chinese Kevin Shen steht vor einer internationalen Karriere.
(In:Kölner Stadt-Anzeiger, Rhein-Erft, März 2007)
Frechen. Die kraftvolle Stimme des jungen Tenors lässt das Wohnzimmer schier
bersten. „Freunde, das Leben ist lebenswert“ schmettert Kevin Shen
seinen Zuhörern in nahezu perfekt gesungenem Deutsch entgegen - und man
spürt, dass er von diesem Lied des Octavio aus Franz Lehárs Operette
„Giuditta“ auch inhaltlich überzeugt ist.
Ein Stück seiner Seele steckt in jeder Weihnachtskrippe, die Johann Ohrem baut.
(In: Kölner Stadt-Anzeiger, Rhein-Erft, Dezember 2005)
Frechen-Bachem. Wenn Johann Ohrem an einer Weihnachtskrippe arbeitet, sitzt er manchmal zehn Minuten einfach nur versunken da. Ob er nichts zu tun habe, fragt ihn seine Frau Trude dann. Bis sie merkt, „dat der am simeliere es“. Dafür hat sie Verständnis. Denn der 70-jährige Rentner aus Bachem baut seine Krippen ohne Modell oder Vorlage. Die Bilder hat er im Kopf.
Krstinja Ratkovicin kam 1971 aus Jugoslawien nach Wesseling - und kehrte nie mehr heim.
(In: Kölner Stadt-Anzeiger, Rhein-Erft, August 2006)
Wesseling. Eine Pergola, an der Weinstöcke ranken, schmückt in Kroatien fast jedes Haus. Auch über der Terrasse von Krstinja Ratkovic in Wesseling hängen üppige Reben. So holt sie sich ein Stück alte Heimat nach Hause. Denn nach Kroatien wird sie nicht mehr zurückkehren. „Ich kann mir nicht mehr vorstellen, dort zu leben. Das ist nicht mehr mein Land. Der Krieg hat so viel zerstört, und die Menschen sind anders“, erzählt sie leise. „Ich bin froh, dass wir hier sind. Vielleicht wären wir sonst gar nicht mehr am Leben.“